Dienstag, 9. Oktober 2012

Schwarz mit Stil


Ich bin ich, und zwar zu jeder Zeit und zu jedem Anlass. Zu mir gehört die Farbe Schwarz (und ein bisschen Grün), meine Stiefel und ein unkonventionelleres Auftreten (zumindest ein bißchen).
In Kleidung, in der ich mich nicht wohl fühlen kann, drückt sich meine Abneigung gegen diese direkt in der Körpersprache aus. Ich möchte mich nicht verstellen und damit erzielen, dass andere Menschen einen zur Schau getragenen Aspekt von mir schätzen, der mich einfach nicht repräsentiert.
Und dennoch muss ich mich auch gesellschaftlichen Konventionen beugen. 

Nächsten Monat zum Beispiel gehe ich auf unser Betriebsfest und es gilt zwar offiziell keine Kleiderordnung, aber Bilder der letzten Jahre und Rücksprachen mit Kollegen verrieten, dass es eine ungeschriebene Kleiderordnung gibt. Diese wird auch von den Männern größtenteils eingehalten. Und ich bin schon ein wenig stolz auf „meine Jungs“, denn unsere Abteilung machte auf den gesehenen Bildern wirklich stiltechnisch die beste Figur. Das erwartet man nicht von einer Betriebs-EDV; sitzen wir doch nach Klischee im Keller, essen Chips, trinken Cola und tragen zur seltsamen Frisur noch seltsamere T-Shirts.
Ich gestehe aber auch, dass „meine Jungs“ so stilvoll aussahen, weil keine Frau dazwischen saß. Denn so sehr sich die Herren Mühe gaben, wirklich fein auszusehen, haben es die meisten Damen doch vernachlässigt. Sehr schade fürs Gesamtbild.

Das Gesamtbild ist es, weswegen sich mir die Frage stellt, wie ich der ungeschriebenen Aufforderung der angemessenen Abendkleidung und meiner eigenen Persönlichkeit gerecht werden kann. Denn verkleiden mag und werde ich mich nicht.

Derartige Situationen waren damals Grundlage einer Idee, eine Plattform für das Schwarzvolk zu bieten, die vor genau solchen „Problemen“ stand und eine Lösung sucht und/oder findet und präsentiert. Denn es ist wirklich nicht leicht, den schmalen Grat zwischen gesellschaftlicher Konvention der angemessenen Kleidung und der eigenen Persönlichkeit zu finden.
Aus vielerlei Gründen wird es diese Plattform aber nicht geben. Und so bleibt die schwierige Aufgabe der Gratwanderung jedem selbst überlassen – sofern man sich dieser Aufgabe stellen mag.

Ich hoffe, ich konnte verdeutlichen, welche Idee mit welcher Intention mich momentan beschäftigt.
Denn ich möchte mich bzgl. Kleidung eben dieser in nächster Zeit wieder widmen. An dieser Stelle möchte ich natürlich nicht zum Ausdruck bringen, dass meine sonstigen und bisherigen Kleidungsstücke diesem Anspruch nicht genügen.
Es sind Alltagskleidungsstücke, mehr aber auch nicht.
Sie genügen einfach nicht dem Anspruch einer „angemessenen Abendkleidung“. Denn neben Betriebsfesten gibt es ja auch Hochzeiten, Jubiläen und viele weitere gesellschaftliche Anlässe mit Dresscode, die mir gerade nicht einfallen.

Für mich steht eigentlich nur eines fest: ich werde zu derartigen Anlässen kein Kleid tragen. Aus einem ganz einfach Grund: ich trage keine Kleider. Es passt auch irgendwie nicht zu mir. Eigentlich schwebt mir auch eher eine Kombination aus Kleidungsstücken vor, die ich getrennt voneinander auch im Alltag tragen könnte, ohne direkt overdressed zu sein. In Kombination aber  sollten sich auch nicht underdressed sein. Speziell Abendkleider dienen ja dem Zweck, die Frau darin besonders zu präsentieren. Daher ist die Wahl des Schnittes und des Stoffes auch eher auffällig und pompös. An diesem einen Abend des Ausführens soll ein Abendkleid die Frau in den Mittelpunkt stellen.
Genau dies möchte ich nicht erzielen. Ich möchte mich nicht präsentieren, mich nicht in den Mittelpunkt rücken. Dies dürfen sehr gerne jene Damen übernehmen, die „der Typ dazu“ sind. Ich schaue auch gerne hin, wenn eine Frau im passenden Kleid da ist. Mein eigener Stil aber ist es nicht. Und gerade diesen will ich bei der Wahl meiner Garderobe doch beibehalten.


Ihr seht, das wird kein leichtes Spiel für mich. Es wird eine Menge Gehirnschmalz einfordern. Und dabei habe ich bzgl. des Betriebsfestes nur noch knapp vier Wochen Zeit. Vier Wochen, die eigentlich auch schon gut verplant sind.


 

Kommentare:

  1. Deine Gedanken sind wirklich gut, wenn du magst, können wir zusammen mal überlegen.

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  2. Ich will dir auf jeden fall die Haare machen. :)

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  3. Du schaffst es bestimmt auch ohne Kleid und in deinem ganz eigenen Stil geschmackvoll auszusehen. Ich drück dir die Daumen für die richtige Idee in der kurzen Zeit!

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  4. Das mit der Gratwanderung kenne ich gut, sobald es irgendwie offiziell wird. Ich bin ja eher so der Schluffi und mal so gar nicht das, was man als edel, schick oder elegant bezeichnen würde. Aber ich hab auch Spaß daran gefunden, da meinen eigenen Weg zu gehen und Mittelwege zu finden, wo ich mich ein bisschen aus meiner Comfort Zone rauswage und mal was anderes ausprobiere, aber mir trotzdem irgendwie treu bleibe. Mal sehen, was du aus deiner "Aufgabe" machst :)

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  5. Wah, da fällt mir ein - ich hab doch noch einen schwarzen Bolero für dich, vllt. ist das ja was für dich. :)

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  6. Finde es toll, dass du deine Gedanken vorher so ausformulierst. Nicht nur dass es für dich eine Hilfe ist, ein passendes Outfit zu finden, ich bin der Meinung man sollte sich generell bewusst sein, was man will und was zu einem passt (auch wenn das vielleicht nicht immer zusammen geht). Wie viele Meter Stoff ich mir hätte sparen können, wenn ich mal vorher überlegen würde, ob der Stoff oder der Schnitt wirklich zu mir passen und am Ende zusammen das ergeben was ich will. Daher finde ich es super dein Brainstorming zu verfolgen, da werde ich mir sicher einige Denkanstösse holen können. Und was am Ende für ein Outfit dabei herauskommt interessiert mich natürlich auch und wieviel sich von deinen Überlegungen darin wiederfindet.

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  7. Es ist irgendwie schön zu lesen, dass ich nicht alleine mit solchen Gedanken bin. Du hast das sehr gut vormuliert und ich drück dir die Daumen, dass du ein passendes Outfit findest ;)

    Und weil ich deinen Blog so gerne lesen hab ich dir einen Award verliehen =)

    http://tormented-design.blogspot.de/2012/10/ich-danke-der-economy.html

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