Montag, 7. Oktober 2013

Die Invasion der Sechsecke beginnt

Ich erinnere mich an die Besuche bei meiner Tante und meinem Onkel in der Kindheit, als diese noch in einem Hochhaus wohnten, im fünften Stock. Damals rannte ich gegen den Fahrstuhl um die Wette die Treppen hinaus. Und gewann eigentlich immer.

In der Uni saß die mathematische Fakultät in einem sechsstöckigem Verwaltungsgebäude. Da rannte ich dann nicht mehr die Treppen hinauf, sondern nutzte den Fahrstuhl. Stets mit einem mulmigen Gefühl. Mir behagt der Gedanke einfach nicht, mich transportieren zu lassen, ohne dass ich eingreifen kann. Das gleiche Problem habe ich auch beim Fliegen. Aber zurück zu Aufzügen. Wusstet ihr, dass man von einer Aufzugsanlage erst spricht, wenn die Förderungshöhe mindestens 180cm umfasst, ein fester Zustiegsplatz und eine teilweise geführte Aufzugskabine vorliegen?

Da benutzt man so unzählige Male dieses Beförderungsmittel ohne jemals nach der Definition gefragt zu haben. Mit Aufzügen kann man so viel transportieren: Personen, Speisen, Lasten, Güter, usw. Und es gibt nicht nur den klassischen Aufzug in Lotrichtung - auch waagerecht oder diagonal können sich Aufzüge bewegen.

So unterschiedlich Aufzüge auch sein können, sie haben eines gemeinsam: sie transportieren irgendetwas aus einer Tiefe in die Höhe oder umgekehrt. Leider aber gilt das nur für physikalische Höhenunterschiede.
Aus meinem kreativen Tief also gibt es kein Beförderungsmittel hinaus. Da muss ich irgendwie selber raus kommen. Und meine ersten vorsichtigen Schritte aus diesem hinaus ist das Arbeiten an meinem Quilt, der irgendwann einmal eine Decke werden möchte.

Entschieden habe ich mich für zwei Grüntöne, deren Sechseck-Blüten-Verteilung parallel zur Längskante verlaufen wird, so dass ich Streifen erhalte. Einen dieser insgesamt geplanten fünf Streifen habe ich dieser Tage fertig gemacht.



Ein Streifen an sich enthält sieben Sechseck-Blüten, die Verteilung der zwei Grüntöne wird sich in zwei hell und drei dunkel aufteilen.

Na, wer merkt es? Zwei, Drei, Fünf, Sieben....alles Primzahlen!

Ich brauche pro Streifen 70 weiße Sechsecken und 42 in den Grüntönen. Insgesamt also brauche ich 560 Sechsecken, plus etliche Sechsecken, die in Hälften an den Seiten der Streifen angebracht werden müssen, um gerade Abschlusslinien zu erhalten. Die nächsten Primzahlen größer als 560 lauten: 563, 569, 571, 577, 587, 593, 599, 601.

Wäre doch gelacht, wenn ich es nicht hinbekäme, den gesamten Quilt aus Sechsecken herzustellen, deren Anzahl prim ist! Herausforderung angenommen.

Kommentare:

  1. Du bist verrückt! Sehr sympathisch, :D

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  2. Ich bin gespannt auf dein Projekt. Zu den Primzahlen. Es sind Sechsecke, sechs ist doch keine Primzahl. Aber du hast Recht, die Anzahl ist prim. Ich mag Aufzüge, ich bin nämlich faul und mag kein Treppensteigen.

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  3. Du und deine Zahlen! :D
    Dein neues Profilbild finde ich sehr schön!

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