Samstag, 12. Oktober 2013

melas dark diary: mein grüner Daumen

Ich gebe es nicht gerne zu, aber ich bin ein Gartenkind.
Meine Eltern hatten in meinen ersten circa dreizehn Lebensjahren einen Schrebergarten, in den meine Schwester und ich mehr als nur einmal knietief im Matsch standen. Kinder machen sich gerne dreckig und sollen das ja auch. Man ist immerhin nur einmal Kind und sollte die wenigen kurzen Augenblicke vor der Aussaat des Gemüses auch mal nutzen, in die noch leeren Beete knietiefe Löcher zu graben, da hineinzusteigen und diese mit Wasser aufzufüllen. Und wenn ich mich richtig erinnere, waren es sogar meine Eltern, die diese Löcher mit Wasser auffüllten!
Ich kann mich zwar nicht mehr daran erinnern, welche Gemüsesorten ich in mein eigenes kleines Beet angepflanzt habe, aber ich erinnere mich an meine erste Zimmerpflanze: es war ein Efeu, der an meine Wände des Kinderzimmers empor ranken sollte. Mein Efeu wuchs wie verrückt, aber leider kletterte er nie die Wände hinauf.
Ich meine, ich war vierzehn, als ich mir meine erste Venusfliegenfalle ins Zimmer holte. Doch diese Pflanzen leben bei mir leider nie lange - anders als ihre fleischfressenden Verwandten, die nun mehr seit Jahren meine Fensterbank bewohnen.

Ob ein Zusammenhang mit meiner Gartenkindheit und meinem grünen Daumen besteht, weiß ich nicht. Wahrscheinlicher ist, dass ich in diesem Bezug einfach die Tochter meiner Mutter bin - sie hat nämlich auch einen grünen Daumen.

In meiner kleinen Wohnung leben mittlerweile zwanzig Pflanzen, wobei ich meine Lithopses der Einfachheit halber mal als eine Pflanze zähle. Zwanzig!

Da ich der festen Überzeugung bin, dass bestimmt nicht nur ich Wohnungen mit Pflanzen gemütlich finde, habe ich passend zur neuen Wohnung dem Technikfraggle ein kleines Arrangement aus Sukkulenten zusammen gestellt. Die Pflanzen habe ich alle von exotenherz bezogen. Dort hätte ich mir auch direkt fertige Arrangements kaufen können, aber da hat dann doch mein DIY-Drang obsiegt. Warum kaufen, wenn ich es auch selber machen kann?
 


Mir gefällt die Komposition ziemlich gut, eigentlich würde ich es ja lieber behalten. Aber ich habe hier wirklich keinen Platz mehr.

Zumal ich mir selber natürlich auch wieder ein paar Pflanzen gegönnt habe. Neben einem kleinen Topf voller kleiner Lithopse (so etwa 10 bis 15 Stück) durften Tillandsien bei mir einziehen. Da sie wie Carnivoren kein kalkhaltiges Wasser vertragen, werden sie eben auch wie die Carnivoren mit dem Wasser des Moorbaches gegossen. Und sie dürfen sich mit meinen Carnivoren meine Fensterbank am Südfenster teilen, da sie auch bevorzugt hell stehen.


Die Tillandsien habe ich im Gegensatz zu den Sukkulenten als fertiges Arrangement gekauft, da die Pflanzen auf Wurzeln oder Gestein geklebt werden. Da sie sich über ihre Blattoberfläche ernähren, kann man sie auch ohne festen Untergrund halten, ich finde es aber so doch ein wenig dekorativer.

Ich habe mich für eine Pflanze auf einer Wurzel und einer Pflanze auf einem Stein entschieden.




Und weil ich heute mehrmals im örtlichen Blumenhandel war, um Übertöpfe und Seramis zu kaufen, habe ich von diesem ein weiteres Arrangement mitgenommen. Auch auf Stein mit zwei Pflanzen. Da ich kein seperates Bild von diesen Pflanzen habe, hier ein Gruppenbild der Tillandsien.
 
 
Tillandsien sind übrigens Ananasgewächse und scheinbar gerade in "Pflanzenmode".

Nie aus der Pflanzenmode gekommen sind bei mir ja die Carnivoren. Als Moorpflanzen sind Carnivoren es gewohnt, auf mineralarmen Böden zu wachsen. Da mein erst neulich gekauftes Sonnentau bereits kränkelt, habe ich mir für ein Experiment entschieden: Carnivoren in Seramis. Mal schauen, wie sich die Pflanze darin so macht.


Und natürlich habe ich mir ein weiteres Exemplar Sonnentau geholt, eben weil obiger Hybrid schon so stark kränkelt.

 
 
Man erkennt es vielleicht bereits auf den Bildern: Bei Pflanzen gebe ich Seramis den Vorzug gegenüber der üblichen Blumenerde. So kann ich genau bestimmen, welche Nährstoffe ich meinen Pflanzen gebe (über Dünger) und ich brauche nicht regelmäßig umtopfen, weil die Nährstoffe ausgegangen sind (wie es bei Blumenerde ist). Lediglich wenn die Pflanze zu groß wird, dann gönne ich ihr einen neuen Topf. Und da meine Schefflera mal wieder einen ordentlich Schuss in die Höhe gemacht hat, habe ich ihr heute einen großen Pflanzkübel gegönnt.
Der Wachstumsschub liegt vermutlich an dem Standortwechsel vom Sonnenfenster weg hin zum hellen aber nicht mehr direkt sonnigen Standort. Ich weiß nicht, ob ich das Sprießen der letzten Blätter schon als Vergeilung werten muss oder nicht. Ich warte bis zum Frühjahr ab und werde gegebenenfalls zurück schneiden.

 

Apropos Dünger: ich dünge meine "normalen" Pflanzen regelmäßig mit handelsüblichen Dünger auf Guano-Basis. Da die Tillandsien eigentlich alle paar Wochen eine Dusche in Dünger mögen, habe ich mir heute erklären lassen, dass ich dazu auch eben jenen Dünger in sehr schwacher Konzentration nehmen kann. Und nicht den Bromeliendünger brauche, wie mir anfangs empfohlen wurde.
Meine Kakteen und die Lithops dünge ich im Sommer mit Kakteendünger.

 
In meinem Büro habe ich mittlerweile auch eine kleine ansehnliche Pflanzenzucht, unter anderem habe ich da eine Chili stehen. Und seit letzter Woche habe ich da die erste Schote dran!
 


Geplant ist, dass ich diese ernte (und die weiteren, sollten welche kommen) und die Samen bis nächstes Jahr getrocknet aufbewahre, um mir eine zweite Generation zu ziehen.
Wie schaut es mit eurem grünen Daumen aus? Habt ihr auch Pflanzen und wenn ja: was für welche?

1 Kommentar:

  1. Tolle Pflanzen hast du da! Ich finde auch, dass Pflanzen eine Wohnung direkt viel gemütlicher machen.
    Deine schauen wirklich klasse aus :)
    Ich habe leider nicht allzu viel Platz, daher beherberge ich derzeit lediglich 3 Orchideen und 2 kleine grüne Bäumchen, deren Namen mir leider unbekannt sind. Sobald ich mein 2. Zimmer fertig habe, werde ich mich eventuell an Kakteen versuchen, wobei mich die Lithopse gerade auch reizen, wenn ich mir deine Bilder so anschaue.

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