Samstag, 8. März 2014

melas dark diary: meine Lese-Kultur

Vor über zwanzig Jahren wurde ich im Deutschunterricht einmal aufgefordert, zum nächsten mal mein Lieblingsbuch mitzubringen. Ich konnte mich nicht entscheiden und brachte fast alle meine Bücher mit. So begleitete mich Bille mit ihrem zotteligen,frechen und gefrässigem Pony Zottel und Angela Sommer-Bodenburgs "Der kleine Vampir" für einen Tag zur Schulbank. Damals dürfte ich neun Jahre alt gewesen sein und bis ich die sogenannte Welt- und dann die Trivialliteratur für mich entdeckte, waren es zwar wenige Jahre aber dennoch ein langer Weg.

Bücher waren in meiner Kindheit immer sehr präsent. Mit gerade mal sechs oder sieben Jahren hatte ich bereits einen Leihausweis für die Bücherei vor Ort und verbrachte unzählige Nachmittage in deren Räume. Dort habe ich Hui Buh und Die Drei Fragezeichen kennen gelernt, dort habe ich viele Stunden "Vier gewinnt" mit Freunden gespielt.
Viele Kinder- und Jugendbücher gingen durch meine Hände. Und sehr viele, die definitiv nicht für lesende Kinderaugen gedacht sind. Stephen Kings "Stark - The dark half" sei hier mal als Beispiel genannt.
Mein Vater hatte damals ein Bücher-Abo, bei dem er in irgendeinem regelmäßigen Abstand ein Buch zugeschickt bekam. So lernte ich Robinson Crusoe oder auch Moby Dick kennen. Schon damals hatten Buchläden furchtbare Auswirkungen auf mein Portemonnaie aber sehr positive auf meine Charakterbildung, möchte ich meinen.

Als ich 15 Jahre alt war, entdeckte ich eine Sonderausgabe von Goethes Faust und erstand sie für wirklich wenig Geld. In dieser Sonderausgabe ist der Tragödie erster und zweiter Teil sowie auch der Urfaust enthalten. Nebst Interpretationen und Erläuterungen. Seitdem diese Ausgabe in meinem Besitz ist, habe ich den Faust um die zehnmal gelesen. Und meine Deutsch-Leistungskurs-Abitur-Klausur darüber geschrieben. Vermutlich verdanke ich diesem Umstand meine bravouröse Note in dieser.
Dank vieler positiver Einflüsse seitens meiner Lehrkörper in den sprachlichen Fächern lernte ich William Shakespeare, Molière, Albert Camus, Sir Arthus Conan Doyle und viele weitere Autoren, Dichter, Dramatiker und Philosophen kennen und schätzen.

Erst ziemlich spät, etwa mit 18 Jahren, entdeckte ich dann Fantasy und Science Fiction als Lieteratursparte, die gerne schändlicherweise als Trivialliteratur bezeichnet wird. Und seither verliere ich mich so gerne in fremde und phantastische Welten. Sei es Harry Potter, Herr der Ringe (den ich als Buch eigentlich wirklich furchtbar finde), Die Pferdelords, Pratchetts Scheibenwelt, Elfen, Orks oder Zwerge. Sei es die Foundation, der Wüstenplanet, Perry Rhodan. Oder der Klassiker, der schon in meiner Kindheit mein Herz in einem höheren Takt schlagen ließ: Vampire. Keine, die in der Sonne glitzern. "Real vampires don't sparkle", sage ich dazu immer.  Für mich müssen Vampire faszinierende Monster sein. Die über dem Menschen stehen und diese, wenn überhaupt, nur für ihre Zwecke mißbrauchen. Wie die Whampyri bei Brian Lumleys "Necroscope"-Reihe. Dort käme nie ein Vampir auf die Idee, sich in einen Menschen zu verlieben. In die Luft zu werfen und ihn dort zu zerfetzen, das wäre da wesentlich naheliegender.
Diese Buchreihe lese ich seit vielen Jahren und habe direkt beim Festa-Verlag ein Abo abgeschlossen, so dass ich bei jeder Neuerscheinung ein Exemplar zugeschickt bekomme. Und wenn mich eine neue Ausgabe erreicht, wird diese sofort leserisch verschlungen. So fesselnd wirken nicht mehr alle Bücher auf mich. Für "Unseen Academicals" brauchte ich letzten Endes über zwei Jahre, um es auszulesen. Allgemein lese ich seit Ende 2010 wesentlich weniger als all die Jahre zuvor. Was ich unbedingt ändern möchte. Lesen entspannt und man kann es eigentlich in jeder freien Sekunde machen; in der Mittagspause, abends im Bett, wenn man mal eine freie Viertelstunde hat, im öffentlichen Fern- und Nahverkehr, im Café, Sonntag Nachmittags auf der Couch.
Da ich auch seit gut 15 Monaten einen Kindle Paperwhite besitze, ist der Transport von hinreichendem Lesestoff für mich sehr einfach gestaltet. Und auch die Frage, welchen Werken ich mich nun erstmal widmen möchte, ist schon geklärt. Anfang Februar war ich bei einer langjährigen Freundin zu Besuch und wir hatten uns über Literatur unterhalten. Und in mir wurde die Idee geboren, dass ich mich der Challenge widmen möchte, alle Bücher zu lesen, die in der Serie Gilmore Girls erwähnt werden. Listen dazu gibt es ja zum Glück im Weltnetz.
Angefangen habe ich noch nicht, da ich aktuell das Buch "Der Experte" von Mark Allen Smith lese, welches ich mir von meiner lieben Frau O. ausgeliehen habe.
Nachdem ich die Liste der Werke, die nun auf mich warten, komplett zusammen gestellt und nach Autor alphabetisch sortiert hatte, zumindest der erste Trost: gut ein zehntel der Werke habe ich schon einmal gelesen.

Lest ihr Bücher? Und wenn ja, welches Genre? Wer ist euer Lieblingsautor? Und welches Medium verwendet ihr: Buch oder Ebook-Reader?

Kommentare:

  1. Ich liebe Bücher! *zum vollen Schrank hinter sich schiel*
    Vor allem Trivialliteratur (das ist ein schöner Begriff) und dort vor allem Fantasy und Historische Romane. Aber bitte gute, einfallsreiche. Vor allem bei den historischen Romanen muss man da schon mal etwas suchen, aber zum Beispiel bei Rebecca Gablé kann man eigentlich sicher sein ein gutes Buch in der Hand zu haben.
    Mein Lieblingsbuch ist allerdings ein Fantasyroman und zwar 'Written in Red' von Anne Bishop (noch so eine super Autorin), dieses Buch habe ich seit einem Jahr und habe es in der Zeit 4 bis 5 Mal gelesen... Und er Nachfolger wurde auch an einem Tag verschlungen.
    Was das Medium angeht, benutze ich inzwischen beides. Wenn es das gibt, kaufe ich mir das entsprechende Buch als Hardcover, aber wenn es nur ein Taschenbuch oder Ebook davon gibt, dann kaufe ich letzteres. Da ich größtenteils auf englisch lese, hat das auch den Vorteil, dass Ebooks günstiger sind, als die gekauften Exemplare und wenn ich wieder mal Bücher haben möchte, die es nur in den USA oder Australien gibt, dann muss ich nicht auf den langen Versand warten, sondern kann das Buch sofort lesen.

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  2. Oh oh. Ich hab' schon lange kein Buch mehr (fertig) gelesen. Früher (als ich noch jung war) hab' ich schon einiges gelesen.

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  3. Bücher sind so wunderbar. Nachdem ich als Kind bereits viel gelesen habe und da noch ziemlich unreflektiert alles in mich reinschaufelte, was man mir zum Geburtstag schenkte, entdeckte ich schnell eine Schwäche für Historisches. Zum einen also "alte Schinken", in meiner Jugend habe ich fast ausschliesslich Theaterstücke gelesen, zum anderen Bücher über Historisches, Biografien und andere Sachbücher. Ich lese schon Romane, aber meine Leidenschaft sind wirklich Sachbücher oder eben klassische Literatur. Meine Lieblingsbücher sind dann auch Der Schimmelreiter, Frühlings Erwachen und die Marie Antoinette- und Maria Stuart Biografien von Stefan Zweig. Dagegen bin ich recht allergisch auf historische Fiktion. Ich hab es ein paar mal versucht, aber entweder reagierte ich sehr pedantisch auf Sachfehler oder die Story ist mir einfach zu lahm. Ich bin sicher es gibt bessere Bücher in diesem Genre, als ich erwischt habe, aber ich komm ja schon mit den Büchern, die ich ganz dringend lesen will nicht hinterher, also stehen historische Romane grad so gar nicht auf meiner Liste.
    Und ganz klar: Papier. Einfach weil ich Bücher meist gebraucht oder auf dem Wühltisch kaufe oder weil es Bücher sind, die es sowieso nicht als Ebook gibt. Ein Ebookreader würde mich viel Geld kosten und kaum etwas am Umfang meines Bücherregals ändern, daher ist das für mich keine Option. Zudem geht es mir um den Inhalt, weshalb meine Bücher überall hin mitgenommen werden und dementsprechend aussehen, ein E-Reader würde das wohl nicht lange überleben.
    Vielen Dank für deinen Post, schön zu lesen, dass es noch andere Bücherwürmer gibt und was die so lesen :-)
    lg ette

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  4. Ich mag Literatur, aber ich konsumiere sie hauptsächlich über Hörbücher. Das ist für mich beim Nähen oder bei meinem Hiwi-Job angenehmer zu verbinden. Meistens ist es Fantasy-Literatur, die mich begleitet. Ich mag Terry Pratchett gerne und kann mich auch immer wieder in den Harry Potter-Bänden verlieren. Aber ich lese auch gerne die Skulduggery Pleasant-Reihe von Derek Landy - und eine Menge anderen Kram, den ich in der Bücherei finde.

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  5. Ich kann das bestätigen,was Mela geschrieben hat.Als Kind bzw Jugendliche hat sie viel Zeit in der Stadtbibliothek verbracht.Und auch heute noch ist sie eine grosse Leserin.Viele liebe Grüsse Mela

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